Chronik

Obwohl in Lendorf schon vor 1950 volksgetanzt und schuhgeplattelt wurde, wird man erst im Jahr 1953 offiziell genannt. Im Gründungsprotokoll des Bundes der Heimat- und Trachtenvereine für Kärnten werden die "Lendorfer Schuhplatter" im Jahr 1953 als Mitgliedsverein namentlich angeführt.

Im Jahr 1959 war es Walter Oswald der eine Volkstanzgruppe gründete. Diese Gruppe feierte viele Erfolge und Auftritte. Tänze wie der Reiftanz, Treffner udgl. wurden getanzt und aufgeführt. Leider löste sich die Gruppe 1964 wieder auf. Unter Fercher Josef aus Feicht wurde im Jahr 1967 wieder der Versuch gestartet eine Schuhplattlergruppe aufzustellen. Unter der Leitung von "Gaisböck Karl" wurden die damals gebräuchlichsten Plattler wie der "Reit im Winkl", der "Haitauer", der "Miesbacher", der "Zornige", der "Watschenplattler", der "Bayrische" oder der "Mahder" einstudiert. Musikalisch wurden die Buben von Wilscher (Sauinig) Peter begleitet. Die Proben wurden zum Teil im alten "Uetz-Haus" oder im Oberlercherstadl in Feichtendorf abgehalten. Schon nach kurzer Zeit waren die Buben weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Auftritte bei Geburtstagen, Erntedankfesten, Heimatabenden und sonstigen Veranstaltungen standen fast wöchentlich am Programm. Ein elementarer Bestandteil der Auftritte war damals der "Gasbua", der mit seiner Peitsche und übergroßen Lederhose zwischen den Buben umherhüpfte und die Peitsche knallen lies. Nicht selten bekamen auch die Platter etwas davon ab. Auch Tritte in den Hintern des Vordermannes waren zu der Zeit bei allen Gruppen sehr beliebt. Aufgrund gesundheitlicher Probleme konnte "Gaisböck Karl" die Proben nicht mehr durchführen und ein Ersatz wurde nicht gefunden. So wurde die Gruppe im Jahr 1971 stillgelegt.

Aber schon im Jahr 1970 wurde unter Mithilfe von Walter Oswald und der Leitung von Zlattinger Hermann sowie Gruber Robert neuerlich eine Volkstanzgruppe gegründet. Aber auch diesmal war der Bestand nicht von langer Dauer und schon 1972 scheiterte man, der Verein wurde aufgelöst.

Nach diesen ständigen Auf und Ab versuchte man es im Jahr 1973 ein weiteres Mal. Unter der Patronanz der Dorfgemeinschaft Lendorf wurde am 17. November 1973 die Volkstanzgruppe Lendorf neu gegründet und diesmal sollte man mehr Glück haben. Als Gründungsmitglieder scheinen Strasser Ambroß, Gruber Robert, Pleschberger Simon, auf.
Um möglichst schnell einige Volkstänze zu erlernen suchte man beim Kärntner Bildungswerk um Unterstützung an. Unter der bewährten Leitung von VOL Dieter-Hard Stremayr erlernte man neben den Grundtänzen auch einige Kärntner Großformen und schon bald folgten die ersten Auftritte.

Aber schon nach den ersten erfolgreichen Auftritten spürte man, dass im Programm noch etwas fehlte. So fasste man den Entschluss auch das Schuhplatteln zu erlernen. Rasch wurde eine Schuhplattlergruppe gegründet und als erster Obmann stand Pleschberger Simon dem Verein vor. Von den alten Schuhplattlern wie Petutschnig Ewald oder Huber Hans konnte man den Reit im Winkl, den Mahder, den Zornigen und den Watschenplattler erlernen. Nun war man in der Lage ein komplettes Programm zu gestalten zumal man ja auch einige hervorragende Laiendarsteller in den eigenen Reihen hatte. Das tänzerische Know how holte man sich bei unzähligen Kursen am Turnersee oder später auch bei den Tanzwochen am Stiegerhof, wo auch das Schuhplatteln angeboten wurde. (Pleschberger Simon und Hohenberger Gottfried waren dann ja auch jahrelang als Referenten auf diesen Kursen zuhause)

Bald gehörte man zu den besten Volkstanzgruppen in Kärnten und konnte sein Können bei zahlreichen Auftritten im In- und Ausland unter Beweis stellen.

So konnten wir unsere Region beim "Alpenländischen Volkstanztreffen" in Südtirol (1978/1990), Bayern (1986) und Salzburg (1999) vertreten. Unsere Werbefahrten führten uns in die Bundesrepublik Deutschland, nach Holland, in die Schweiz, nach Italien, Ungarn, Tschechien,  aber auch in die benachbarten Bundesländer. Unsere größte Reise unternahmen wir im Jahr 1986. Beim Oktoberfest in Kitchener Waterloo in Kanada absolvierten wir in 14 Tagen rund 55 Auftritte.

1982 gab Gottfried Hohenberger dem Drängen einiger junger Burschen nach und gründete im Juni desselben Jahres eine Kinderschuhplattlergruppe. Schon innerhalb kürzester Zeit erkämpften sich die Burschen ihren Stammplatz unter den Brauchtumsvereinen, und später bildeten gerade diese Burschen den Stamm der Volkstanz- und Schuhplattlergruppe Lendorf. Unter der Leitung von Gottfried Hohenberger waren die Lendorfer die erste Gruppe, bei denen die Fußtritte gegen den Vordermann strengstens verboten waren. Pleschberger Simon übergab 1983 die Obmannschaft der Schuhplattler an Gottfried Hohenberger und so wurde die Gruppe wieder mehr oder weniger eigenständig geführt. Erst 1994 verschmolzen die Grenzen und beide Vereine traten wieder als Volkstanz- und Schuhplattlergruppe Lendorf auf. Viele Auftritte In- und Ausland begleiteten diese Zeit und wurde mit der Gründung einer Kindertanzgruppe 2005 gekrönt. 1998 erschien die erste Vereinszeitung, die an alle Haushalte versandt und auch positiv aufgenommen wurde. Und seit 2005 ist man nun auch mit einer eigenen Hompage im WWW vertreten.

Auf Betreiben einiger junger Kräfte wurde diese Allianz 2007 bedauerlicherweise wieder aufgehoben und die Trennung beider Vereine massiv betrieben. Gottfried Hohenberger trat als Obmann der Volkstanz- und Schuhplattlergruppe Lendorf zurück und gründete in der Gründungsversammlung vom 18. Juli 2007 die "Lendorfer Schuhplattler" neu. Mit einer Mitgliederzahl von 17 aktiven Mitgliedern sieht man der Zukunft recht zuversichtlich entgegen.

Um auch für die diversen Auslandsauftritte gerüstet zu sein und sich und die eigene Heimat entsprechend zu präsentieren wurden die Frauen und Kinder der Mitglieder ins Team geholt  und diese feierten ihre Bewährungsprobe  bei den Prager Folklore Tagen im Juli 2008. Im Jahr 2009 strukturierte sich der Verein neu und zählt mit den Kindern 22 Mitglieder die in unszähligen Auftritten ihr Können beweisen und dieses im Jahr 2010 auch in Syrien unter Beweis stellten.

Die "Lendorfer Schuhplattler"  präsentieren sich   in der Lurnfeldner Tracht, in der Obermölltaler Festtagstracht  aber vorwiegend im Kärnter Bleamlegewand, wobei sich die Burschen aber auch im Lendorfer Kitl wohl fühlen.

Die Schuhplattler zeigen neben den überlieferten Plattlerformen auch immer wieder etwas Neues, so wurde der "Eunuchenplatter" (aus der Feder von Obmann Gottfried Hohenberger ,musikalische Idee Gunther Hubmann) schon von vielen Gruppen in Kärnten aber auch aus den Bundesländern übernommen und aufgeführt. Aber auch andere Plattler stammen aus der Feder von Gottfried Hohenberger. (Schlosserplattler, Irisch Dance u.a.)  Die Tanzgruppe hat vorwiegend die Kärntner Tänze im Programm und schaut auch gerne einmal über die Bundesländergrenzen hinaus. Aber auch bei den Kindertänzen fühlt man sich wohl.

Das Bestreben des Vereines liegt darin, Altes mit Neuem zu verbinden, dabei aber die Wurzeln nicht zu verlieren.


1959


1971


1984


Mai 2003


Juni 2003

2005

Juli  2006

 

Juli 2008

 

 Syrien, August 2010