Hörste 2005

Die Abstände von 2 Jahren sind kürzer geworden und so passiert es, dass wir nach 2004 heuer schon wieder in Hörste anzutreffen sind. Anlass sind das 50. Hörster Volksfest, 125 Jahre Kyffhäuser Kameradschaft Hörste und der Kreisfeuerwehrtverbandstag in Hörste. Bei so vielen Jubiläen können auch wir nicht nein sagen und haben bereits im Frühjahr unser Kommen zugesagt. Und so kommt es, dass wir am 18.August 2005 am Abend wieder an der Bushaltestelle in Lendorf auf die TK-Lind warten. Die haben aber eine kleine Verspätung und so verlegen wir die Wartezeit ins Gasthaus Trattler. Mit Mann und Maus, Frau und Kind warten wir auf die Busverbindung "Lind – Hörste". Gegen 21.00 Uhr ist es dann soweit, die Koffer werden verstaut und mit dem Ertönen des Bordhornes treten wir gemeinsam mit der TK-Lind, verfolgt vom Bus mit der FF-Kleblach /Lenghoz die Reise ins benachbarte Hörste an. Schon im Bus herrscht gute Laune und so verläuft auch die Fahrt recht kurzweilig. Arthur schüttelt seine Verfolger, die Feuerwehr Kleblach mit einem geschickten Manöver ab und biegt am Freitag den 19.August 2005 gegen 10.30 Uhr in die Dorfstraße von Hörste ein. Begeistert werden wir empfangen und auf die einzelnen Quartiere aufgeteilt. Endlich haben wir Gelegenheit uns ein wenig frisch zu machen, vorher wird aber noch ausgiebig gefrühstückt, denn das Mittagessen gibt es erst gegen 12.00 Uhr. Die Schuhplattler sind diesmal rund um den Hof von Manfred Klack untergebracht, nur Christof Amenitsch hat sich etwas zurückgezogen. Gestärkt vom Mittagessen machen wir uns mit rundem Bauch und bewaffnet mit Fahrrädern auf den Weg in den Ort. Unsere Materialkiste, die mit der FF-Kleblach/Lengholz nachgeliefert wurde, muss ordentlich verstaut werden. Dankenswerter Weise haben sie die Feuerwehrmänner im Festzelt von Hörste deponiert. Die erste Probe wird angesagt. Bei Familie Steinhansens erarbeiten wir uns den "Lieserhofer Watschenplattler" und werden von der Hausherrin mit Feuchtem versorgt. Dann geht es weiter zu Familie Stöver Rainer, hier ist unser Christof untergekommen. Der Nachmittagskaffe kommt gerade recht und auch der Kuchen hilft über die Runden. Beim Nachbarn betätigen wir uns dann auch etwas sportlich. Auf etwas eigenwillige Art müssen Nägel in einen Holzstock geschlagen werden. Wenn unser Gastgeber hier auch die Nase etwas vorne haben, so sind wir beim gemeinsamen Schuhplatteln nicht zu schlagen. Der Bitte, auch den Holzhacker zu zeigen, kommen wir gerne nach, zumal die bereitgestellten Werkzeuge frisch geschliffen sind. Der einsetzende Regen zwingt uns zu einem längeren Zwischenstopp. Eine weitere Station ist das Gartenhaus der Familie Sötebier. Gerne lassen wir uns vom Obmann der Trachtenkapelle, Christian Wegscheider bedienen. Mit dem Besuch der "Jugenddisco" im Festzelt lassen wir den heutigen Tag ausklingen. Ergreifend an diesem Abend war die Aktion eines jungen Hörsters, der sich zwischen seine Freunde und die Schuhplattler drängte um einen Raufhandel zu verhindern, und seine Hilfestellung mit einem blauen Auge bezahlte.

Nach einem herzhaften Frühstück treffen wir uns im Hauptquartier "Klacks" zur Befehlsausgabe. Die Kleidung für den Tag wird festgelegt und die nächsten Termine bekannt gegeben. Um 12.00 Uhr fahren wir mit dem Bus nach Bad Rothenfelde zum Kurkonzert. Diesmal haben wir auch die Gelegenheit den Ort ein wenig kennen zu lernen. So erkunden wir den 8000 Einwohner zählenden Kurort auf Schusters Rappen. Sanatorium reiht sich an Sanatorium und Kurhaus an Kurhaus, insgesamt gibt es hier 3000 Kurbetten. Eindrucksvoll ist auch die Führung durch die Saline die wir von innen, außen und oben besichtigen können. Eindrucksvoll ist dann auch das Konzert der TK-Lind im Festzelt von Bad Rothenfelde. Aber auch wir ernten für unser neues Programm kräftigen Beifall. Auf der Rückfahrt wird dann die Schuhplattlergewerkschaft aktiv und gibt eine kollektive Kleidungsvorschrift für den weiteren Tagesablauf heraus. Wir treffen uns wieder zur Festveranstaltung "50 Jahre Volksfest in Hörste" im Festzelt. Hervorragend wieder das Konzert der Trachtenkapelle, die Moderation von Thomas Tappe, der vortrefflich durch das Programm führte, und einzigartig die Darbietung unserer Schuhplattler. Der Ausklang fand wieder weit nach Mitternacht statt.

Die Kondition lässt nach, und so treffen einige Mitglieder der Schuhplattlergruppe am Sonntagmorgen mit einer Verspätung von fast 60 Minuten im Hauptquartier ein. Auch an der richtigen Adjustierung muss noch gearbeitet werden. Zum Frühschoppen sind wir aber dann doch wieder rechtzeitig im Festzelt, wo wir schon von unseren Freunden aus Vlotho freudig begrüßt werden. Seit unserem ersten Auftritt in Hörste werden wir von den Familien Fritz und Joachim Petersen hier besucht und wir verbringen einige fröhliche gemeinsame Stunden. Natürlich treten wir auch im Frühschoppenprogramm auf. Um 14.00 Uhr findet traditionell der Festzug durch den Ort statt. Im Anschluss treffen wir uns bei Familie Hannes Peterson auf eine Fischjause. Wie immer werden uns hier die schmackhaftesten Fischspezialitäten kredenzt. Fast zu spät reihen wir uns am Abend in den Fackelumzug ein. Diesmal scheint der Himmel zu glühen. Eine Rakete nach der anderen wird gezündet und verwandelt den Ort in ein einziges, riesiges Feuerwerk. Und wieder treffen wir uns im Festzelt um den Tag ausklingen zu lassen. Wie schon die Tage zuvor sind die Schuhplattler, so hat es zumindest den Anschein, für die Sperrstunde zuständig.

Etwas ruhiger beginnt der Montag. Beim Frühstück geht es schon etwas bedächtiger zu und die Verspätungen betragen inzwischen fast 90 Minuten, sehr zum Missfallen des Obmannes Gottfried Hohenberger. Am Vormittag sollten die Präsente für unsere Gastfamilien ausgeteilt und überreicht werden, so muss nun wieder improvisiert werden. Nachdem wir unser Gebäck wieder im Bus verstaut hatten, machten wir am Nachmittag einen Ausflug zu Familie Helmut Günther, hier war in den letzten Jahren unser Josef untergebracht. Mit Kaffee und Kuchen versüßte man uns den Nachmittag und die Kondition sollte ein Klarer zurückbringen. Während die einen mit dem Haushund über die Wiese hetzten versuchten sich die Anderen beim Schuhplatteln. Nun war es aber wieder an der Zeit ins Dorf zurückzukehren und die Fahrräder abzuliefern, soferne sie noch vorhanden waren. Inzwischen hatte sich auch die Panne unseres zweiten Busses durchgesprochen. Die FF-Kleblach/Lengholz steht mit ihrem Bus auf der Autobahn bei Werfen in Salzburg und hat keinen Sprit mehr. "Wie kann das passieren?" Diese Frage stellte sich für uns nur kurz, denn nun stehen die Montagsspiele am Festprogramm, und die wollten wir unter keinen Umständen versäumen. Während wir mit den ersten Darbietungen nicht viel anzufangen wussten (Plattdeutsch kommt uns wie spanisch vor), begeisterte die Feuerwehr Hörste mit dem Bierkistenturm. Klacks gelang es 46 Bierkisten übereinander zu schlichten und so einen über 10 Meter hohen Turm zu bauen. Mit dem neuen Rekord im Gebäck ging es auf den Festplatz der sich immer mehr zu füllen begann. Wenn der Asphalt auf der Straße nicht mehr zu sehen ist, und sich die Zeltwände vom Andrang der Menschen nach außen biegen, dann ist "Hemdsärmelball" in Hörste. An diesem Abend tummeln sich an die 5000 Menschen im kleinen Örtchen und feiern das sich die Balken biegen.

Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und wir müssen wieder die Heimreise antreten. Nach rührigen Verabschiedungen unter Tränen vielen guten Wünschen und gegenseitigem Drücken setzt sich der Bus der Kärntner in Bewegung und lenkt seine Spur in Richtung Österreich. Höste 2005 gehört der Vergangenheit an.

Mit vielen Eindrücken und neuen Freundschaften bebackt treffen wir am Dienstag den 23. August 2005 gegen 15.00 Uhr ohne Treibstoffprobleme und wohlbehalten in Lendorf ein. Sehnsüchtig erwartet von unseren Familien. Mit einem Umtrunk im Cafe Trattler beschließen wir diesen erfolgreichen Ausflug in die Bundesrepublik Deutschland.

Zum Schluss möchten die Schuhplattler noch Danke sagen, der Trachtenkapelle Lind die wir nun schon einige Male nach Hörste begleiten durften, unseren Freunden aus Vlotho für ihren Besuch, ein Danke allen Hörstern und Hörsterinnen, vor allem aber unseren Gastgebern, Fam. Walter, Stöver, Klacks, Jürgensmann-Bülter, Petersen sowie Familie Beintmann die uns wieder freundlichst aufgenommen, gepflegt und gehegt haben, sowie der Vereinsgemeinschaft Hörste mit ihrem Chef Udo Sötebier ein herzliches Dankeschön.

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