Prager Folklore Tage 2008

Prager Folklore Tage

17.- 20.07.08

 


Der Einladung aus der Tschechischen Republik an den Prager Folklore Tagen teilzunehmen können wir uns nicht entgehen lassen und  um dem Publikum ein attraktives Programm  zu bieten, beginnen die Vorbereitungen schon im Frühjahr 2008 und kommen mit den Tanzproben für Kinder und Erwachsene im Mai in die Endphase.  In den wenigen Wochen vor dem Festival wird das Programm mit den Kindern und Erwachsenen erarbeitet. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Unserem Obmann ist es gelungen in kürzester Zeit unseren Frauen das Volkstanzen nicht nur näher zu bringen, sondern sie auch dafür zu begeistern. Und diese Begeisterung sah man dann auch bei den Proben. In wenigen Wochen wurde ein komplettes Abendprogramm einstudiert. So fahren wir am 17.Juli 2008 mit viel Zuversicht nach Prag. Um 06.00 Uhr am Morgen setzt sich dann der Bus Richtung Tschechien in Bewegung. An Bord 23 hochmotivierte Tänzer und Tänzerinnen die alle dem Folklorefestival entgegenfiebern. Unsere Fahrt führt uns über die Tauernautobahn und die Westautobahn bis zur Raststätte „Voralpenkreuz“ in Oberösterreich. Hier werden nach einem kräftigen Frühstück  Amenitsch Christof und Gaggl Carmen aufgenommen - wir sind komplett. Unser nächstes Ziel ist die Drei Flüsse Stadt Passau. Mit etwas Verspätung beginnen wir mit der Stadtführung. Mit launigen Worten führt uns unser Gästeführer durch die Stadt und wir erfahren viel über die Geschichte und das Werden dieser doch recht beeindruckenden Grenzstadt. Durch die verwinkelten Gassen der Passauer Altstadt weht stets ein Hauch ihrer großen Vergangenheit. Und hoch über der Stadt thront am Georgsberg die Veste Oberhaus, eine der größten erhaltenen Burganlagen Europas, während im Tal drei Flüsse ineinander fliesen und ihre unterschiedlichen Farben vermischen. So mündet kurz von dem grünen Inn die schwarze Ilz in die blaue Donau. Die vielen Nebeltage in der Stadt Passau lassen sich anhand des vorherrschenden Wetters

auch leicht nachempfinden. Aber zumindest hat der Regen während der Stadtführung nachgelassen und wir sind trocken über die Runden gekommen. Im „Hackelberger Bräustüberl“ wird zu Mittag gegessen und als wir gegen 14.00 Uhr unsere Reise fortsetzen, setzt auch der Regen wieder ein. In Zelezna Ruda passieren wir die Grenze zur Tschechei und steuern auf Prag zu. Immer auf der Suche nach einer Gelegenheit eine

Mautbox zu erwerben. In Plzen haben wir dann schließlich Glück  und können ab nun auch die Autobahn benützen. Nun geht es ohne weitere Probleme Richtung Prag und ohne uns auch nur einmal zu verfahren, erreichen wir gegen 19.30 Uhr unser Hotel „Mala Stana“. Hier werden wir bereits von Janna, unserer Betreuerin während des Festivals, erwartet. Unser Obmann kümmert sich um die Zimmereinteilung und Schlüsselausgabe bespricht aber auch mit unserer Betreuerin das weitere Programm. Nach einer anstrengenden Fahrt genießen wir das Abendessen im Hotel und lassen den Abend bei einem Bier ausklingen.

Am Freitagmorgen treffen wir uns um 10.00 Uhr in der Hotelhalle und mit dem Bus geht es zur „Burg“. Hier beginnt unsere Stadtführung. Wir sind bereits in Tracht und ziehen natürlich viele Blicke auf uns während wir hinter Janna durch die Stadt wandern. Von der Burg aus geht es über die Karlsbrücke in die Altstadt und anschaulich wird uns vorgeführt warum man Prag auch die „goldene Stadt“ nennt, und warum sie zu den meistbesuchten Städten Mitteleuropas zählt.

Die annähernd 1,200.000 Einwohner zählende tschechische Hauptstadt wird mit vollem Recht als lebendiges Lehrbuch der Architektur apostrophiert – im Prager Stadtgebiet findet man Bauwerke aus der Romanik, Gotik, Renaissance und dem Barock. Und einige davon konnten wir im Zuge der Stadtbesichtigung, oder bei unseren Auftritten kennen lernen.  Rannten wir bei der Besichtigung der Prager Burg noch durch den Regen, so besserte sich das Wetter zunehmend und wir konnten die weitere Besichtigungstour bei Sonnenschein über die Bühne bringen.

Während dem Mittagessen hat es wieder zu regnen begonnen und unser erster Auftritt stand kurz bevor. Aufgrund einiger Zeitüberschreitungen verschob er sich aber um ca. 40 Minuten nach hinten. Vor dem malerischen Hintergrund am „Ovocny trh, mitten in der Altstadt von Prag, boten wir den zahlreichen Zuschauern ein abwechslungsreiches Programm mit Tänzen und Plattlern aus unserer Heimat. Begeistert waren aber nicht nur die vielen Zuseher, sondern auch wir und besonders die Kinder genossen den Auftritt vor dieser einmaligen Kulisse und Menschenmenge. Nach einem Programm von 20 Minuten ist ein Eis die entsprechende Belohnung, die wir uns, während wir die weiteren Gruppen beobachteten, gönnten. Schließlich machten wir uns auf den Weg Richtung Busparkplatz wo uns unser Artur wieder aufnehmen konnte.  Als wir bei einem kurzen Halt (Getränkepause) auf der Straße aufplattelten scharrte sich sofort eine Menschentraube um uns und zollte unseren Darbietungen heftigen Beifall.

Wieder im Hotel nutzte man die kurze Freitzeit um sich frisch zu machen, denn am Abend fand im Congress Center der Begrüßungsabend mit Folkloredarbietungen statt. Hier trafen wir dann erstmals auf den zweiten Vertreter aus Österreich, auf die Gruppe  aus der Steiermark. Als erste teilnehmende Gruppe nahm unser Obmann Gottfried Hohenberger begleitet von kräftigem Applaus die Urkunde und ein Erinnerungsgeschenk in Empfang. Dann ließen wir den Abend bei einem Bier im Hotel ausklingen.

Schon um 09.00 Uhr sitzen wir am Samstag wieder im Bus und Artur fährt seine Lieblingsstrecke in die Altstadt nun schon fast blind, durch den Tunnel  und über die Welle ….

Am  „Staromestske namensti“  sammeln sich schon die Gruppen für den großen Festzug durch die Altstadt. Da und dort tanz oder spielt eine Gruppe auf. Auch wir nutzen die Wartezeit  und tanzen einige Tänze und Plattler durch. Und kaum erklingt die Musik scharren sich Leute um die Gruppen. Hinter dem Gastgeberland beginnen wir den Festzug mit Nummer 2. immer wieder hält der Festzug und die Gruppen geben einige Tänze zum Besten. Auch wir tanzen und platteln uns förmlich durch die Altstadt und sind froh, nach anstrengenden 60 Minuten endlich das Ziel erreicht zu haben. Immer wieder treffen wir auf Landsleute die uns freudig begrüßen und beglückwünschen.  Unsere Kontaktfreude trägt auch schon wieder Früchte und so verständigen wir uns schon mit Gruppen aus Südtirol, Norwegen und England.

Das Mittagessen wird wieder in der Altstadt eingenommen und schon ist unser Artur wieder im Einsatz und bringt uns zu unserer nächsten Wirkungsstätte. Wir werden das Nachmittagsprogramm beim „Palacem Flora“in der „Vinohradska ulice“  eröffnen. Vor unserem Auftritt wird unser Chef noch von den Norwegern eingeladen mit ihnen gemeinsam einen Tanz zu tanzen. Natürlich wird dieses Angebot sofort wahrgenommen.  Dann unser Auftritt. Vor einer Videowand,  die Bilder unserer Gruppe wiedergibt, haben wir diesmal 30 Minuten Zeit unsere Gruppe und unsere Region vorzustellen. Und wieder hinterlässt unser Auftritt Eindruck beim zahlreichen Publikum. Wie ein Donner lässt unser Aufsprung beim Landsleutplattler die Bühne erzittern und anmutig wird die Kärntner Sternpolka vorgetragen, beendet wir unser Programm von einem verspielten Siebenschritt bei dem auch wieder unsere Kinder mittanzen. Kräftiger Beifall begleitet unseren Abgang. Nun geht es zurück ins Hotel und wir haben etwas Zeit uns zu regenerieren. Während sich die einen ins Zimmer zurückziehen oder den Lift und die Gänge unsicher machen treffen sich die anderen im nahen Einkaufszentrum zum Cafe oder machen einen Einkaufsbummel. Um 20.00 Uhr gibt es das Abendessen in der Strahov Brauerei. Leider haben im kleinen Gastzimmer nur jeweils 3 Gruppen platz.  Hier treffen wir wieder auf die Steirer und eine Gruppe aus Kroatien. Das Geschirr war noch nicht abgeräumt als die Kroaten ihre Instrumente auspackten und zu musizieren begannen. Schon bald war der kleine Tanzboden überfüllt und wir tanzten gemeinsam zu den kroatischen Klängen. Auch wir ließen die Gelegenheit nicht aus um unseren neu gewonnenen Freunden unsere Tänze näher zu bringen und sie gemeinsam zu tanzen, schließlich stieß auch noch eine Gruppe aus der Schweiz (Flüelen) hinzu. Die kroatischen Musikanten unterstützten unseren Christof Amenitsch musikalisch und so tanzten wir alle gemeinsam unter der Leitung von Gottfried Hohenberger locker in die Nacht hinein. Wenn es am schönsten ist muss man gehen und so war es dann auch hier.  Das Bier an der Hotelbar sorgte dann für die nötige Bettschwere.

Am Sonntagmorgen wurden die Zimmer geräumt und der Bus beladen unser letzter Programmpunkt im Zuge der Prager Folklore Tage näherte sich. Ein letztes Mal fahren wir durch unseren Tunnel und über die Welle. Schon etwas bedrückt besteigen wir die Ausflugsschiffe auf der Moldau. Gemeinsam mit uns auch die Südtiroler und eine Gruppe aus der Schweiz. Wir legen ab und die Getränke werden serviert gemütlich geht es Flussabwärts. Einzige Aufregung die Schiffsschleuse die wir passieren müssen. Dann wird das Mittagsbuffet eröffnet. Natürlich von unserem Obmann, der die Schiffsglocke läutet und alle einlädt kräftig zuzugreifen. Das tun wir natürlich gerne. Schon nach kurzer Zeit ist vom hervorragend angerichteten Buffet nichts mehr zu sehen und immer mehr Passagiere findet man am Aussichtsdeck. Das Schiff hat inzwischen gewendet und steuert der Karlsbrücke zu. Nochmals haben wir die Möglichkeit einen Teil dieser wundervollen Stadt, auch vom Wasser aus zu sehen. Das Schiff legt an und wir legen mit unserem Bus in Prag ab. Gottfried bedankt sich bei unserer Betreuerin Jana für ihre Geduld mit uns und überreichte ihr ein Erinnerungsgeschenk. Die Bustür geht zu und schon bald verschwindet Prag hinter den Hügeln. Der ersten Wehmut weicht bald die Freude auf Zuhause und wir steuern beschwingt der Heimat zu.  Nach dem gemeinsamen Abendessen in der Raststätte Voralpenkreuz verabschieden wir unseren Christof und Carmen und setzen die Heimfahrt fort, die dann auch ohne Zwischenfälle verläuft. Um 23.00 Uhr treffen wir in einem verregneten Lendorf ein.

Ein anstrengendes Wochenende liegt hinter uns, aber wieder haben wir einen Teil der Welt kennen lernen dürfen. Vor allem aber haben wir wieder neue Freunde gefunden, die auch eine Einladung nach Zagreb im Juni 2009 beinhaltet. 

An dieser Stelle ist es uns aber auch ein Bedürfnis unserem Artur zu danken. Er hat uns nicht nur sicher nach Prag und wieder nach Hause gebracht. Er ist uns auch während des Festivals immer und überall zur Seite gestanden und hat mit seiner Fröhlichkeit einen wesentlichen Betrag zur guten Stimmung in der Gruppe beigetragen. DANKE!!!!


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