Kulturreise 2010 - Syrien

In der Zeit vom 25. Juli bis 01.August 2010 bereisen die Lendorfer Schuhplattler Syrien und begeistern mit ihren Tänzen und Plattlern das Publikum.

Wir hatten keine konkreten Vorstellungen über Syrien, waren aber dann sehr überrascht. Gastfreundschaft ist eine tief verwurzelte und jahrtausendealte arabische Tradition, jeder Gast wird ausgesprochen höflich empfangen. Syrien ein Land voll von Kulturgütern, und landschaftlicher Vielfalt, sanfte Hügel, Wüste, Mittelmeerküste......

Syrien, mit der offiziellen Bezeichnung Arabische Republick Syrien hat eine Fläche von 185.180 km² und  rund 20 Millionen Einwohner Damaskus 4.139.714, Aleppo 2.576.797, Homs 1.124.871, Latakia 431.606 und Hama 348.862 Einwohner). Geographisch kann Syrien in vier Hauptgebiete unterteilt werden: die fruchtbaren Küstenebenen im Westen, ein Plateau und die Bergkette Jebel an-Nusariyah, Ebenen in der Landesmitte sowie Wüste und Savanne im Südosten. Der 2330 km lange Euphrat kommt aus der Türkei und fließt durch den Norden des Landes bis in den Irak. Der Fluss durchquert das Land auf ca. 600 km, was ihn zum längsten Fluss Syriens macht. Das Klima ist trocken und relativ heiß, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sind aber nicht selten. Im Osten herrscht sommerheißes, trockenes kontinentales Steppen-  und Wüstenklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag unter 11 Millimeter. Im Westen an der Küste herrscht Mittelmeerklima mit einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von etwa 500 Millimeter. Die Gebirgsregionen sind kälter und vor allem regenreicher.

 

Am Sonntag den 25. Juli 2010 beginnt unsere Kulturreise in den fernen Osten. Der Bus bringt uns zum Flughafen nach Wien und mit der Syrian Air geht es weiter nach Damaskus wo wir gegen 20:00 Uhr eintreffen. Haben wir vorerst Probleme mit den Visa, so geht dann doch wieder alles recht schnell und freundlich werden wir von Fr. Dr. Narine unserer Kontaktperson in Syrien empfangen. Die Fahrt in die Unterkunft lässt uns dann erstmals den Atem stocken. Für uns ist es ein Rätsel wie der Bus durch den chaotisch wirkenden Abendverkehr bis zur Unterkunft vordringt. Gas und Hupe scheinen die wichtigsten Utensilien im Fahrzeug zu sein und der Radio, der uns mit syrischen Klängen berieselt. In der Unterkunft St. Khalil Monastery, liebevoll „Hotel Kloster“ genannt, lassen wir uns dann das Abendessen schmecken und begeben uns zu Bett

Ab heute begleitet uns „COCO“ Frau Kauthar und wir besuchen die Altstadt von Damaskus, die zu Recht «Wiege der Zivilisationen» genannt wird. Als älteste durchgehend bewohnte Stadt der Welt ist sie seit Jahrtausenden Zeugin verschiedener Kulturen und Religionen. In westlichen Ländern wenig bekannt ist, dass die Stadt als Sinnbild für religiöse Toleranz gilt. Arabische Juden, Christen und Muslime leben in dieser mehrheitlich muslimischen Metropolis in gegenseitigem Respekt und Offenheit. Schmuckvolle Kirchtürme erheben sich zu Hunderten in der Altstadt von Damaskus sowie in der umliegenden Agglomeration. Nicht selten stehen Kirchtürme unmittelbar neben prächtigen Minaretten. Wer heute durch die endlosen, schattigen Souks der Altstadt zieht, vorbei an den prächtigen Karawansereien, Hamams, Koranschulen und Palästen, kann zwischen all den kunstvollen Mauern immer wieder eintauchen in die üppigen Gärten, die im Innern der Häuser verborgen liegen. Die arabische Welt offenbart sich hier wie nirgendwo sonst in ihrer authentischen Vielfalt.

Unser erstes Ziel ist die Omayyaden Moschee, das viertwichtigste Heiligtum der Muslime, ist ein Jupitertempel gewesen, der zuerst von den Christen in eine Kirche und später von den Muslimen in eine Moschee umgewandelt wurde. Im Inneren der Moschee befindet sich das Mausoleum von Johannes dem Täufer. Frauen, die nicht verschleiert sind, müssen sich zuerst einen Mantel im Gebäude für "special clothing" holen und dürfen dann erst die Moschee betreten.  Die Schuhe müssen aber auch die Burschen ausziehen um in die Gebetsräume zu gelangen. Dann marschieren wir durch die Gassen der Altstadt und gelangen am Ende der bekannten "Geraden Straße", die eine Art Decumanus von 1500 m Länge ist, zur unterirdisch angelegten  Ananias-Kapelle, eine der ersten christlichen Kirchen der Welt ist. Die Ananias-Kapelle ist eine Andachtsstätte, die nach Ananias, einer biblischen Gestalt, benannt ist und liegt im Stadtteil Bab Scharqi. Ananias wird in der Bibel (Apostelgeschichte 9:10-19) erwähnt. Er gehörte mit seiner Frau Sapphira wohl der urchristlichen Gemeinde an und soll in einer Vision von Gott aufgefordert worden sein, einen gewissen Juden namens Saulus von Tarsos, der als grausamer Christenverfolger bekannt ist, vor der Stadt aufzusuchen, ihm die Hände aufzulegen und ihn so von seiner Blindheit zu heilen. Ananias tut, wie ihm geheißen wurde, das Wunder geschieht und Saulus bekehrt sich in Damaskus zum Christentum, was zum sprichwörtlichen Damaskuserlebnis wird. Saulus nennt sich fortan Paulus.

Das die Kapelle unterirdisch angeordnet ist, wird vor allem darauf zurückgeführt, dass die ersten Gemeinden sich unter römischer Herrschaft geheim treffen mussten.

Günstiges Fastfood gibt es an allen Ecken, mit Abstand am häufigsten findet man Shwarma- und Falafelsandwiches. Bei ersteren sollte man sich allerdings die Qualität des Fleisches überlegen, Viele finden die vegetarischen Falafel sowieso leckerer. So sah dann unser Mittagessen aus und wir waren vorerst über die  „Pommeshotdogs“ etwas verwundert. Aber der Hunger ……. Eigentlich schmeckte es doch recht gut.

Nach einer Odyssee durch die engen Gassen fanden wir eine halbwegs entsprechende Toilette. Während sich die einen erleichterten wurde der Rest von Reportern eines  Magazins  interviewt und fotografiert – der erste Fototermin.

Von hier aus geht es dann in  die nach Gewerken geordneten Bereiche der Souqs (Märkte). So findet man den Goldsouq, den Souq für Seifen und Taue, etc. mit jeweils einer Ansammlung von gleichartigen Geschäften. Die Gerade Straße (straight street) führt südlich vom hamydie-Eingang in die Altstadt gerade von Osten in das christliche Viertel im Osten der Altstadt. Der Altstadt-Bereich in der Gegend des Bab Touma (Thomastor) hat sich in den letzten Jahren zur Flaniermeile entwickelt. Nach dem Besuch des überdachten Sug al Ha,midiya - Der Suq al-Hamidiya, eine überdachte Basarstraße, bietet einen Einblick in das Damaskus der Vergangenheit und der Gegenwart – hier wird moderne Damenmode verkauft, die fast vergessen lässt, dass Syrien ein islamisch geprägtes Land ist. Ein Stück weiter steht ein Wasserverkäufer in traditioneller Kleidung. Er bietet allerdings kein Wasser, sondern Feigensaft feil - geht es wieder in die Unterkunft – „Hotel Kloster“.

Dann schnell umziehen denn um 19:00 Uhr sollten wir im Azem-Palast gestellt sein. Unser erster Auftritt naht. Aber schon im Souq werden wir  für einen kurzen Auftritt aufgehalten. Zufällig treffen wir auf die Abgesandte des Bundesministeriums für europäische und internationale  Angelegenheiten, Frau Mag. Sabine Kroissenbrunner. Natürlich  kommen wir da der Bitte, einen kurzen Auftritt zu machen gerne nach und tanzen fröhlich auf. Der Beifall ist enorm und auch das Händeschütteln sowie  Fotomachen wollen nicht mehr enden. Schließlich erreichen wir unseren Azem-Palast. Das damaszener Haus mit schlichter Fassade aus Schichten schwarzen Basalts und weißen Kalksteins und prunkvoller Innenausstattung wurde 1749 fertig gestellt. Erbaut wurde der Palast für den Gouverneur von Damaskus. Heute befindet sich in dem Gebäude das Museum für Volkskunst und Traditionen. Vom großen Haupt-Innenhof mit Springbrunnen und Garten sind die verschiedenen Räume zugänglich (Empfangs-, Harems-, Bade-, Musikräume), die mit alten Möbeln, Geräten, Werkzeugen, Instrumenten, Trachtenpuppen, mit farbigem Marmor verzierten Wänden über Türen und Fenstern, bunten, geschnitzten Decken und schweren Brokatstoffen ausgestattet sind. In einem Nebentrakt befinden sich die Wirtschaftsräume. Hier ist nun schon alles für unseren Auftritt vorbereitet und wir haben auch noch Zeit eine Stellprobe zu machen. Die Tonanlage wird auf unsere Instrumente abgestimmt und das Bühnenlicht positioniert. Wir sind alle etwas aufgeregt aber vor allem unsere beiden Musikanten Viktoria und Christian. Noch haben wir kein Programm und auch die Besucher scheinen nicht zu kommen. Gegen 21:15 beginnen wir dann unser Programm. Begeistert werden unsere Darbietungen verfolgt und es wird auch kräftig applaudiert. Unter den Gästen kann unser Obmann Gottfried Hohenberger die österreichische Botschafterin Frau Dr. Maria Kunz den Botschafter der Tschechei Herrn Radomír Karlík, Herrn Werner Liebermann, Society for Austro-arabische Relations sowie viele UN-Soldaten die vom Golan angereist sind begrüßen.  Natürlich fordert unser Obmann die Botschafterin zu einem Tänzchen auf, mit dem Tschechischen Botschafter schwebt unsere Gertraud einige Runden über den Tanzboden. Nach einer Abenteuerfahrt durch Damaskus wird gegen 24:00 Uhr endlich das Abendessen gereicht. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fahren wir Richtung Süden nach Bosra. Bosra liegt in der Ebene des Hauran, etwa 140 km südlich von Damaskus und ist eine sehr alte Stadt, die schon im 14. Jh. v. Chr. erwähnt wird. Während des 2. Jh. v. Chr. war Bosra die erste Stadt der Nabatäer. Unter den Römern wurde Bosra zur Hauptstadt der Provinz Arabia. Zu dieser Zeit erlebte die Stadt ihre Blütezeit in der Stadtentwicklung, da sie nicht nur Kreuzungspunkt der Karawanenstraßen, sondern auch Sitz des römischen Gouverneurs war. Die interessantesten Besichtigungsziele in Bosra sind das berühmte römische Theater (das schönste unter den römischen Theatern), die Überreste der nabatäischen Stadtmauer, eine byzantinische Kathedrale, Reste von römischen Tempeln und Bädern.  Beeindruckt von den vielen alten Steinen und Bauwerken machen wir uns am späten Nachmittag wieder auf den Rückweg nach Damaskus.  Nicht aber ohne Sweida zu besuchen. Ganz aus schwarzem Basalt erbaut liegt die Stadt Sweida 90 km südöstlich von Damaskus in einer Höhe von 1100 m. Die Nabatäer nannten die Stadt "Swada", was "Schwarz" bedeutet, bei den Griechen und Römern war sie unter "Dionysias" bekannt. Neben der alten Stadt sind Gebäude neueren Datums zu finden. Dennoch sind die berühmten Wein- und Obstgärten nicht nur gut erhalten, sondern werden immer noch genutzt. Besonders die Äpfel und Grapefruits sind eine Kostprobe wert. In der Nähe wird dann auch das Mittagessen eingenommen. Feudal wird aufgetischt und wir lassen es uns auch richtig schmecken, was sich dann bei einigen von uns auch auf die Verdauung niederschlägt. Schließlich geht es wieder zurück nach Damaskus und fast hätten wir „unserem Gastgarten“, wo wir wieder zu Abend essen, nicht erreicht. Wir sind schon in Damaskus als unser Buslenker einnickt und fast einem anderen PKW auffährt. In einer waghalsigen Ausweichaktion bringt Ziad seinen Bus am Gegenfahrzeug vorbei und kann auch ein Umkippen des Busses verhindern. Trotz dieser Schrecksekunde lassen wir uns das Essen schmecken. Die trockenen „Semmeln“ die uns hier gereicht werden kann unser Johanna nicht zurücklassen und packt sie vorsorglich für das morgige Frühstück ein. Als besonderen Leckerbissen erstehen wir in einem der Läden eine  Wassermelone (10 kg.), die dann in unserer Unterkunft zerteilt und verkostet wird. Die Reste werden vom Küchenpersonal dankend entgegengenommen wie auch die Schokocroissants die jeden Morgen übrig bleiben und die von unserer Johanna gehorteten „Semmeln“.

Ab heute wird uns Herr Arto Sarkisian begleiten und wir müssen früh packen. Mit einem neuen Bus und einem neuen Chauffeur ---- geht es Richtung Hama. Unterwegs besuchen wir die  Burg Krak des Chevaliers (Qalat al Hosn). In 650 Meter Höhe, 27 km von der Mittelmeerküste entfernt, steht diese gewaltige Kreuzritterburg und ist Bestandteil des Weltkulturerbes der  UNESCO. Diese Burg, deren heute sichtbaren Bauteile überwiegend aus der Zeit der Kreuzzüge stammen erinnert an zweihundert Jahre andauernde, erbitterte Kämpfe. Sie veranschaulicht eine ganze Epoche. Der Wille der Eroberer und Besitzer, sich in diesem fernen Land zu behaupten, scheint in Stein eingemeißelt.

In der angrenzenden Wirtschaft wird zu Mittag gegessen, wieder wird ordentlich aufgetischt und das rohe Gemüse wie auch der schmackhaft Salat verleiten einem wieder ordentlich zuzugreifen. Der Magen wird es uns später wieder danken. Aber was soll man machen, es ist alles so frisch und köstlich!

Nun führt uns unser Weg nach Hama in die Unterkunft und die Zeit wird knapp ca. 80 Km von Hama in Mukharram steht unser nächster Auftritt am Programm der um 19:00 Uhr beginnen sollte. In 15 Minuten haben wir im Hotel eingecheckt und uns umgezogen nach 20 Minuten sitzen wir im Bus und rollen los. Der Weg scheint unseren Begleitern auch nicht bekannt zu sein und wir müssen immer wieder nach dem Weg fragen. Mit einer Verspätung von 45 Minuten treffen wir endlich am Zielort ein und werden vom Bürgermeister und dem Gemeinderat freundlich empfangen. Der Auftrittsort wird vom Veranstaltungssaal kurzerhand auf dem Hauptplatz verlegt und  schon nach den ersten Klängen unserer Musik hat sich der Platz gefüllt. Wir tanzen fast Hautnahe mit der Bevölkerung und mit dem  letzten Musikton geht der Wirbel erst richtig los. Umringt von den Menschenmassen die einem die Hand schütteln und Fotos machen wollen werden wir schließlich unter Mithilfe der Polizei in den Bus geleitet der sich den Weg durch die Menschen gebannt hatte. Mit den Händen trommeln die Leute gegen den Bus als wir losfahren. Im Gemeindezentrum werden wir auf Tee und Limonade eingeladen und ersucht am nächsten Abend einen weiteren Auftritt in Palmyra zu machen. Da wir aber über eine Agentur vermittelt werden  macht der Preis die Musik. Die Verhandlungen laufen noch während unseres Aufenthaltes in Mukharram an. Das Abendessen wird uns heute gegen 13:30 Uhr im Hotel in Hama serviert. Todmüde fallen wir dann in unsere Betten. Hama ist übrigens einer der ältesten Siedlungsorte der Menschheit. Wie Funde nachweisen, war der Ort bereits 5.000 vor Chr. Besiedelt. Wenn man Hama erwähnt, dann denkt man an die Zehn Norias, die Mühlräder mit den Schöpfbechern, in denen das Wasser des Orontes bis zu einem Bewässerungskanal hoch transportiert wird.

Um 10:00 Uhr nachdem wir unser Gebäck wieder einmal im Bus verstaut hatten – die Burschen sind schon richtig gut im Gebäck schlichen und wir bekommen immer mehr Platz im Bus – besichtigen wir die nahegelegenen Wasserräder am Orontesfluss.
Die berühmten riesigen Wasserräder (Norias) in Hama in Syrien gelten als die größten der Welt, und sind auch das Symbol der Stadt. 100 Norias gibt es in Hama und ihrer Umgebung 17 davon sind in Betrieb. Sie überwinden mit entsprechend großen Raddurchmessern Höhenunterschiede von z. T. über 30 Metern. Die Norias sind Räder aus Holz, die vom Fluss angetrieben werden, um das Wasser in höher gelegenen Behälter zu heben, von  wo es in Kanälen auf Brüchen fließt, um Menschen mit Wasser zu versorgen oder Pflanzen der Stadt zu bewässern.

Nachdem wir den Kühlschrank im Bus entsprechend aufgefüllt haben geht unsere Reise über Hama  weiter Richtung Osten.  150 km östlich von Homs taucht aus der Wüste eine märchenhafte Oasenstadt auf - Palmyra. Die Ruinen von Palmyra beeindrucken durch ihre Ausdehnung und ihren erstaunlich guten Zustand. Noch immer sind weite Gebiete dieser Anlage nicht entdeckt. Einst blühendes Königreich unter Zenobia, der legendären Königin von Palmyra, wurde die alte Araber- und Syrerstadt im 3. Jhd. n. Chr. von dem römischen Kaiser Aurelius zerstört. Hier schlägt uns dann richtige Wüstenluft ins Gesicht. Erstmals Temperaturen über 43° C und Steinwüste. Nachdem wir das örtliche Museum besucht  haben checken wir im Hotel Ishtar ein. Der erste Eindruck ist nicht der Beste aber die Sterne werden eben in Landeskategorie vergeben. Heute am Abend wollen wir uns den Sonnenuntergang auf der arabischen Burg Qal'at Ibn Maan nicht entgehen lassen. Von der auf einem Berg westlich der Stadt gelegenen Ruine aus dem 13. Jhd. hat man den besten Überblick über die Oase. Die Festung wurde vermutlich in mameluckischer Zeit (1250-1500) als weitere Festung zum Schutz gegen die Kreuzritter errichtet. Andere Forschungen sprechen von einem ayyubidischen Vorgängerbau von ca. 1230. Der libanesische Drusenfürst Fakhreddin (1585–1635) baute sie zu einem schlossähnlichen Wohnsitz aus.

In einem Beduinenzelt wird das Abendessen eingenommen und keiner weis wer mit uns noch am Tisch sitzt. Sicher ist nur, dass es hier für den Teppich keinen Staubsauger gibt und die Kakerlaken recht groß werden. Geschmeckt hat es aber trotzdem. Mit einem kühlen Bier wollen wir den Abend beenden. Im Zimmer der Mädchen gibt es Wasseralarm. Die Klimaanlage leckt und hat das Zimmer überschwemmt. Große Aufregung im Hotel aber die Reparatur sollte kein Problem darstellen, fällt doch eh alle Minuten der Strom aus. Schließlich finden wir für unsere Marie-Christin, Stefanie und Corinna ein Ersatzquartier. Gottfried wechselt in das Zimmer unseres Reiseleiters und der wiederum ins überschwemmte Zimmer der Mädchen. Wie meinte er am nächsten Morgen so schön: „Er hatte die ganze Nacht Musik in den Ohren – tock – tock – tock …….“

Um der ärgsten Hitze zu entgehen sind wir dann am Freitag recht früh auf den Beinen um die Ausgrabungen zu besuchen. Der Besucher wird von einem einzigartigen Anblick vollkommener Schönheit gefangen genommen. Die Tempel, die Kolonnaden, der Triumphbogen, das Theater, die Bäder, die Turmgräber, Statuen und Fresken - sie alle sind Beweis genialer menschlicher Schöpfungskraft. Der Rundgang durch den zentralen Stadtteil mit den öffentlichen Bauten beginnt im Osten der Stadt am Bel-Tempel. Dabei handelt es sich um eine quadratische Anlage, die von einer mehr als 11 m hohen Mauer von ca. 200 m Seitenlänge…… 

Der intensive Karawanenverkehr hatte zur Folge, dass in Palmyra verschiedene kulturelle Strömungen aufeinandertrafen. Mit dem zunehmenden Wohlstand der Stadt spiegelten sich derartige Einflüsse in der Kunstproduktion wider, indem sie in Bildern und Architektur umgesetzt wurden. Zu den Zeugnissen dieser Entwicklung gehören die Turmgräber im sogenannten „Tal der Toten“, die abgesehen vom Beltempel die einzigen gut erhaltenen Monumentalbauten des 1. Jhd. n. Chr. darstellen. Der Zeitraum, in dem man in Palmyra Türme als Grabmonumente errichtete, ist durch Gründungs- und Grabinschriften von vierzehn derartigen Bauten zwischen 9 v. Chr. und 128 n. Chr. gesichert. Bei 45°C ist  man froh in den Schatten dieser Bauwerke in denen bis zu 400 Tote bestattet wurden zu kommen und im Inneren Schutz vor der sengenden Sonne zu finden. Beim anschließenden Mittagessen sorgt ein Skorpion für einige Aufregung und ein kühles Getränk für Abkühlung. Den Nachmittag verbringen wir im Hotel und begeben uns erst wieder am späten Nachmittag auf die Ausgrabungsfelder um noch einiges über die Stadt zu erfahren. Quer durch das römische Stadtgebiet führt uns unser Weg durch die prächtige Säulenstraße. Sie besteht aus mehreren geraden Teilstücken, deren Richtungsänderungen durch das Tetrapylon und das große Bogentor (sog. Hadrianstor) kaschiert wurden.

Zum Abendessen wird uns am letzten Tag in Palmyra Kamelfleisch serviert. Es ist sehr schmackhaft und würzig und wie immer sind die vielen Beilagen viel zu lecker um sie stehen zu lassen. Da nehmen wir das Bauchzwicken (gerne) in Kauf. So werden die letzten Reserven heimischer Medizin (Schnäpse aus Österreich) aufgebraucht. Schließlich begeben wir uns zu Bett. Unser Obmann kann wieder einmal nicht schlafen – sein Zimmer wurde weitervermietet und nun steht er ohne Bett da. Aber hier werden alle Probleme gelöst, vorerst mit einem Raki und dann …..

Heute reisen wir zurück nach Damaskus. Vorerst befahren wir die Hauptstraße bis unser Bus plötzlich in die Wildnis abbiegt und, wie es scheint, Querfeldein mitten in die Wüste fährt. Nach einigen Kilometern, mitten im Niemandsland, beginnt wieder eine Asphaltspur der wir dann auch folgen. Einen Zwischenstopp machen wir in Maalula. Dieses Bergdorf gilt als das schönste Dorf Syriens – und das zu Recht. Es liegt ungefähr 50 km nördlich von Damaskus. Auf 1700 m Höhe schmiegen sich hier in einen Talkessel bunte Häuser an die Felsen, Vogelnestern gleich. Dank der sehr geschützten Lage war das Dorf über Jahrhunderte hinweg ein Zufluchtsort für die oft verfolgten Christen, die hier zahlreiche Kirchen errichteten und darüber hinaus ihre Sprache bewahrten – einen aramäischen Dialekt. Das Aramäische ist eine sehr alte Sprache und besteht schon seit 1000 v.Chr. Es war die vorherrschende Mundart in ganz Syrien, die auch Jesus von Nazareth gesprochen hat. Schließlich wurde das Aramäische durch die arabische Sprache verdrängt. Zu Besichtigungen laden das Kloster St. Sarkis aus dem 4. Jh. und das Kloster St. Tekla ein.  Wir folgen hier den Spuren der Christen und erleben in der ältesten Kirche das „Vater unser“ auf  aramäisch. Ob der vielen Eindrücke stimmen wir bevor wir die Kirche wieder verlassen das Gebet in Deutsch an.  Entsprechend der Legende der heiligen Thekla - Einer Legende nach hatte sich die Königstochter Thekla, kurz nach Jesu Tod zum Christentum bekehrt. Als ihr Vater sie daraufhin mit einem ungeliebten Mann verheiraten wollte, floh sie nach Maalula. Das Dorf war nach der Fee Maalula benannt worden, die einst Armänier aus großer Bedrängnis gerettet hatte, in dem sie ihnen jenen schwer zugänglichen Talkessel gezeigt und als Wohnstätte überlassen hatte. Als Dank mussten die Aramäer versprechen, jeden, der in Not geraten war, aufzunehmen. Thekla floh also nach Maalula. Doch ihr Vater folgte ihr und er befahl den Bewohnern, seine Tochter herauszugeben. Als sie sich weigerten, erhob sich eine blutige Schlacht. Alle Männer von Maalula fielen. Daraufhin wollte sich Thekla den Soldaten ihres Vaters ausliefern, um wenigstens die Kinder zu retten. Die jedoch schrien so laut, dass die Soldaten sie entdeckten und die Königstochter gefangen nehmen wollten. Da aber stieß Thekla einen so lauten Schrei aus, dass die Felsen sich spalteten und alle Soldaten unter sich begruben. Seit dieser Zeit soll niemand mehr Maalula erobert haben. folgen wir auch diesen Spuren die uns in das Kloster der heiligen Thekla,  welches sich im Talkessel neben dem Eingang zur Theklaschlucht befindet. Hier ruht die heilige Thekla in einem Felsengrab. Beeindruckt und gestärkt setzen wir unsere Fahrt nach Damaskus fort wo wir gegen 19:00 Uhr eintreffen.

Arto führt uns dann durch die belebten Einkaufsstraßen in ein Kellerlokal wo wir zuhabend Essen. Mit einem Umtrunk im „Hotel Kloster“ beschließen wir den letzten Abend in Syrien.

Um 04:30 Uhr ist Abreise im Hotel. Das letzte Mal ist unser Packteam dabei das Gebäck im Bus zu verstauen und los geht’s Richtung Flughafen. Es ist noch recht ruhig auf den Straßen der Hauptstadt und bald haben wir unser Etappenziel erreicht. Pacher Patrick der die ganze Woche als Übersetzer im Einsatz war übereichte dem Busfahrer „ sowie unserem Betreuer „Arto“ ein Erinnerungsgeschenk dann verabschieden wir uns und verschwinden im Flughafengebäude. Problemlos passieren wir die Pass- und Gebäckskontrollen und schließlich befinden wir uns im Flugzeug und auf dem Heimflug. Mit mehr oder weniger Bauchzwicken landen wir schließlich in Wien / Schwechat.  Fast wie ausgemacht ist auch unser Bus schon eingetroffen und wir können nach einer kurzen Kaffeepause die Heimreise nach Kärnten fortsetzen. Nach einer Pause (Mittagspause) in Griffen treffen wir gegen 18:00 Uhr wohlbehalten zuhause ein.  „Wie war es?“ aber einige haben keine Zeit zu antworten, der Lokus wartet.

Viele Erinnerungen haben wir wieder im Gebäck schon die Euphorie als wir in Tracht durch die Straßen gingen oder als wir dann auch noch einen Auftanz oder  Plattler zum Besten geben haben. Jeder wollte einem die Hand schütteln oder ein Foto haben. Die Freundlichkeit die uns  „Nemses“ entgegengebracht wurde. Oder auch die Kulturlandschaft mit  den vielen historischen Stätten, den Wüsten und Oasen………….


[Zurück]